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Montag, 20. Oktober 2014

Gut angekommen?


Deutsch


Sonntag, 19. Oktober 2014

Was ist ein Wort?


Deutsch

Was ist ein Wort? Ein Wort ist ... wie ein Baum. Es mag noch so schmächtig und aus­sa­ge­schwach er­schei­nen und hat den­noch ei­ne so mächti­ge Ge­schich­te; denn ein Wort bleibt nie­mals starr und be­deu­tungs­gleich in der Zeit ste­hen, son­dern verändert sich viel mehr durch die Jahr­hun­der­te hin­weg, al­lein durch klit­ze­klei­ne Be­we­gungs­un­ter­schie­de tau­sen­der mensch­li­cher Zun­gen. Tagtäglich ge­hen unzähl­ba­re Wörter über Lip­pen – schwe­ben vom Mun­de hin­ein in das Ohr oder von der Zei­tung ins Au­ge und ver­blas­sen mit der Ver­ar­bei­tung durch das Ge­hirn in einen Ge­dan­ken. Manch­mal sind es auch Wor­te. Gan­ze Absätze, Sei­ten, Bände, Rei­hen las­sen den Glanz des ein­zel­nen Wor­tes wie einen Trop­fen in ei­nem Meer aus nach kom­ple­xen und doch so ein­fa­chen Re­geln zu­sam­men­gefügten Buch­sta­ben bzw. Lau­ten un­ter­ge­hen. Da­bei kann ein Blick auf das ein­zel­ne Wort kei­nen ge­rin­ge­ren Scha­den an­rich­ten, als dass man er­kennt, wel­che Kraft in die­sem Bau­me steckt, von dem man nur sieht, was über der Erd­ober­fläche steht, aber des­sen ge­wal­ti­ges Wur­zel­werk schon vor Ur­zei­ten zu wu­chern be­gann und den sicht­ba­ren Teil ir­gend­wann auch Teil die­ses Wer­kes sein las­sen wird. Viel­leicht wünscht sich der Le­ser, dass der Au­tor an die­ser Stel­le ein biss­chen kon­kre­ter wer­de. Al­so neh­men wir an, dass der in­do­ger­ma­ni­sche Bau­er – der natürlich ge­nau­so we­nig exis­tie­ren kann wie ein rit­ter­li­cher Raum­fah­rer – ei­nes Ta­ges auf­wach­te und je­man­den ne­ben sich lie­gen fand, bei dem es sich nicht um die Bäue­rin han­del­te und der ver­schwin­den muss­te, ehe eben die­se nach Hau­se ge­kom­men wäre. Er ver­sucht, der Per­son durch wil­de Ges­ten klarzu­ma­chen, dass sie ge­hen soll, aber ern­tet nur ein fra­gen­des Ge­sicht. Schließlich sagt er: „Ǵʰēh₁!“ Und die­ser Aus­ruf ver­leiht dem Höhlen­be­woh­ner auch den Ti­tel Bau­er, denn er säte ge­ra­de ein Sa­men­korn ... und das mit ei­ner ei­ner­seits so lau­ten und an­de­rer­seits so ein­prägsa­men Stim­me, dass die an­de­re Per­son die Höhle, das Dorf verlässt. Das neue Wort mach­te die Run­de und während ei­ne lan­ge Fol­ge von Ge­ne­ra­tio­nen später die Nach­fah­ren des einen je­man­den mit „gai!“ zum Ver­las­sen auf­for­dern, tun es die Nach­fah­ren des an­de­ren mit „i!“ Die Zei­ten ver­ge­hen, aus ver­ein­zel­ten Wort­bau­ern sind gan­ze Wort­fa­bri­ken ge­wor­den, die em­sig vor sich hin pro­du­zie­ren. Zu je­dem Wort kom­men ständig neue Ver­sio­nen und Up­gra­des auf den Markt und in Ge­brauch und ver­schwin­den eben­so schnell wie­der un­ter der Er­de. An je­der neu­en Wort­form wird ei­genständig wei­ter­ge­ar­bei­tet und so ver­zwei­gen sich die Nach­kom­men von nur ei­nem ein­zi­gen Wor­te zu ei­nem rie­si­gen Ge­flech­te, de­ren sicht­ba­re Tei­le, d. h. Bäume, an man­chen Stel­len aus der Er­de ra­gen – manch­mal so weit von­ein­an­der ent­fernt, dass man ih­nen die Ver­wandt­schaft kaum noch an­sieht. So ruft man heu­te, vie­le, vie­le Jah­re später, auf ei­ner In­sel „go!“ und hier­zu­lan­de „geh!“ Man­che die­ser Bäume sind selbst an der Ober­fläche noch ver­floch­ten und ha­ben meh­re­re Stämme, die aus der­sel­ben Wur­zel em­por­schießen ... – Der Lin­guist macht einen Spa­zier­gang und setzt sich zum Aus­ru­hen un­ter ei­nem dreistämmi­gen Bau­me auf ei­ne Holz­bank. Er weiß, wel­ches Aus­maß das Wur­zel­werk un­ter sei­nen Füßen fasst. Er legt mit sei­nem Hand­spa­ten einen Teil der Wur­zel frei und fin­det ih­ren Na­men „geh“. Jetzt schaut er ehrfürch­tig zu den drei Stämmen em­por, de­ren Na­men er nun kennt. Sie lau­ten nämlich „geh“, „ging“ und „gang“. Sein eng­li­scher Kol­le­ge mit dem Zy­lin­der kommt vor­bei und bie­tet einen Schluck Tee, denn es ist fünf Uhr, aus sei­ner Ther­mo­s­kan­ne an. Auch er be­trach­tet den Baum und sagt schließlich: „‚go‘, ‚went‘, ‚go­ne‘.“ Sie set­zen sich auf die Bank und plau­dern. Der Deut­sche deu­tet auf ein Blatt an ei­nem ge­beug­ten Ast, wel­ches mit „-t“ be­schrif­tet ist, dann auf einen Passan­ten, der vor­bei geht. Der Engländer nickt und zieht ein Be­stim­mungs­buch aus der Ta­sche. Er blättert ein we­nig und tippt mit dem Zei­ge­fin­ger schließlich auf die Ab­bil­dung ei­nes Blat­tes wie es an ei­nem of­fen­sicht­lich ver­wand­ten Baum in sei­ner Hei­mat zu fin­den ist: „-es“. Dann bricht die Dämme­rung an, die Kol­le­gen ver­ab­schie­den sich und ge­hen wie­der ih­re ei­ge­nen We­ge. Während der Engländer im Ho­tel nur auf Deutsch be­dient wird, was für ihn ein ab­so­lu­tes „No-go“ ist, ver­bringt der Deut­sche den Rest des Ta­ges da­mit, fremd­zu­ge­hen, al­so sei­ne Frau zu hin­ter­ge­hen – ein wirk­lich schwe­res Ver­ge­hen –, wel­che ih­rer­seits anfängt, dem Grun­de des lan­gen Aus­gan­ges ih­res Man­nes nach­zu­ge­hen, in ih­rem Um­her­gang am Hau­se ih­rer Schwes­ter vor­bei­geht, sel­bi­ges be­geht und ihr bald dar­auf ein Licht auf­geht, nämlich als die Geräusche aus dem Schlaf­zim­mer auf sie ein­ge­hen, will sie si­cher­ge­hen, dass es wirk­lich ihr Mann ist, der es sich bei ih­rer Schwes­ter gut­ge­hen lässt – bei ei­nem Fehl­ge­hen könn­te die gan­ze Sa­che schief­ge­hen und ih­re Schwes­ter an­sch­ließend auf sie los­ge­hen –, doch als sie sieht, wie die bei­den im Bet­te ab­ge­hen, war sie so­fort am Hoch­ge­hen und sie wa­ren am Ent­zwei­ge­hen, aber es soll­te trotz­dem rund­ge­hen und die Ehe war natürlich auch im Nie­der­gang – auch das Nie­der­ge­hen auf die Knie sei­tens des Man­nes konn­te der Sa­che nicht zum Glatt­ge­hen ver­hel­fen –, was al­les ein sehr na­he­ge­hen­des Er­ge­hen für ihn war, zu­mal er nun al­lein durchs Le­ben ge­hen durf­te, was das En­de des Müßig­gangs für ihn war. Dann kauf­te er sich einen Hund, und nach­dem er anfäng­lich kei­ne Ah­nung hat­te, wie man mit solch ei­nem Tie­re um­zu­ge­hen ha­be, soll­te es ihm schon bald beim Gas­si­ge­hen bes­ser­ge­hen. EN­DE (In ste­tig stei­gen­der Müdig­keit ge­schrie­ben.)

Was ist ein Wort? Ein Wort ist ... wie ein Baum. Es mag noch so schmächt-ig und aus-sag-e-schwach er-schein-en und hat den-noch ein-e so mächt-ig-e Ge-schicht-e; denn ein Wort bleib-t nie-mal-s starr und be-deut-ung-s-gleich in der Zeit steh-en, sonder-n ver-änd-er-t sich viel mehr durch die Jahr-hundert-e hin-weg, all-ein durch klitz-e-klein-e Be-weg-ung-s-unter-schied-e tausend-er mensch-lich-er Zung-en. Tag-täg-lich geh-en un-zähl-bar-e Wört-er über Lipp-en – schweb-en vom Mund-e hin-ein in das Ohr oder von der Zeit-ung in-s Aug-e und ver-blass-en mit der Ver-arbeit-ung durch das Ge-hirn in ein-en Ge-dank-en. Manch-mal sind es auch Wort-e. Ganz-e Ab-sätz-e, Seit-en, Bänd-e, Reih-en lass-en den Glanz des einzel-nen Wort-es wie ein-en Tropf-en in ein-em Meer aus nach kom-plex-en und doch so ein-fach-en Reg-el-n zu-sammen-ge-füg-t-en Buch-stab-en bzw. Laut-en unter-geh-en. Da-bei kann ein Blick auf das einzel-ne Wort kein-en ge-ring-er-en Schad-en an-richt-en, als dass man er-kenn-t, welch-e Kraft in dies-em Baum-e steck-t, von dem man nur sieh-t, was über der Erd-ober-fläch-e steh-t, aber dessen ge-walt-ig-es Wurz-el-werk schon vor Ur-zeit-en zu wuch-er-n be-gann und den sicht-bar-en Teil irgend-wann auch Teil dies-es Werk-es sein lassen wir-d. Viel-leicht wünsch-t sich der Les-er, dass der Autor an dies-er Stell-e ein biss-chen kon-kret-er werd-e. Also nehm-en wir an, dass der indo-german-isch-e Bau-er – der natür-lich ge-nau-so wen-ig exist-ier-en kann wie ein ritt-er-lich-er Raum-fahr-er – ein-es Tag-es auf-wach-te und je-mand-en neben sich lieg-en fand, bei dem es sich nicht um die Bäu-er-in hand-el-te und der ver-schwind-en muss-te, eh-e eben dies-e nach Haus-e ge-komm-en wär-e. Er ver-such-t, der Person durch wild-e Gest-en klar-zu-mach-en, dass sie geh-en soll, aber ernt-et nur ein frag-end-es Ge-sicht. Schließ-lich sag-t er: „Ǵʰēh₁!“ Und dies-er Aus-ruf ver-leih-t dem Höhl-en-be-wohn-er auch den Tit-el Bau-er, denn er sä-te gerad-e ein Same-n-korn ... und das mit ein-er ein-er-seit-s so laut-en und ander-er-seit-s so ein-präg-sam-en Stimm-e, dass die ander-e Person die Höhl-e, das Dorf ver-läss-t. Das neu-e Wort macht-e die Rund-e und währ-end ein-e lang-e Folg-e von Gen-erat-ion-en spät-er die Nach-fahr-en des ein-en je-mand-en mit „gai!“ zu-m Ver-lass-en auf-ford-er-n, tun es die Nach-fahr-en des ander-en mit „i!“ Die Zeit-en ver-geh-en, aus ver-einzel-t-en Wort-bau-er-n sind ganz-e Wort-fabrik-en ge-word-en, die ems-ig vor sich hin pro-duz-ier-en. Zu jed-em Wort komm-en ständ-ig neu-e Vers-ion-en und Up-grade-s auf den Markt und in Ge-brauch und ver-schwind-en eben-so schnell wieder unter der Erd-e. An jed-er neu-en Wort-form wir-d eigen-ständ-ig weit-er-ge-arbeit-et und so ver-zweig-en sich die Nach-komm-en von nur ein-em einz-ig-en Wort-e zu ein-em ries-ig-en Ge-flecht-e, der-en sicht-bar-e Teil-e, d. h. Bäum-e, an manch-en Stell-en aus der Erd-e rag-en – manch-mal so weit von-ein-ander ent-fern-t, dass man ihn-en die Ver-wandt-schaft kaum noch an-sieh-t. So ruf-t man heut-e, viel-e, viel-e Jahr-e spät-er, auf ein-er Ins-el „go!“ und hier-zu-land-e „geh!“ Manch-e dies-er Bäum-e sind selb-st an der Ober-fläch-e noch ver-flocht-en und hab-en mehr-er-e Stämm-e, die aus der-selb-en Wurz-el empor-schieß-en ... – Der Lingu-ist mach-t ein-en Spaz-ier-gang und setz-t sich zu-m Aus-ruh-en unter ein-em drei-stämm-ig-en Baum-e auf ein-e Holz-bank. Er weiß, welch-es Aus-maß das Wurz-el-werk unter sein-en Füß-en fass-t. Er leg-t mit sein-em Hand-spat-en ein-en Teil der Wurz-el frei und find-et ihr-en Nam-en „geh“. Jetzt schau-t er ehr-fürcht-ig zu den drei Stämm-en empor, der-en Nam-en er nun kenn-t. Sie laut-en näm-lich „geh“, „ging“ und „gang“. Sein engl-isch-er Kol-leg-e mit dem Zylind-er komm-t vor-bei und biet-et ein-en Schluck Tee, denn es ist fünf Uhr, aus sein-er Therm-os-kann-e an. Auch er be-tracht-et den Baum und sag-t schließ-lich: „‚go‘, ‚went‘, ‚gone‘.“ Sie setz-en sich auf die Bank und plaud-er-n. Der Deutsch-e deut-et auf ein Blatt an ein-em ge-beug-t-en Ast, welch-es mit „-t“ be-schrift-et ist, dann auf ein-en Pass-ant-en, der vor-bei geh-t. Der Eng-länd-er nick-t und zieh-t ein Be-stimm-ung-s-buch aus der Tasch-e. Er blätt-er-t ein wen-ig und tipp-t mit dem Zeig-e-fing-er schließ-lich auf die Ab-bild-ung ein-es Blatt-es wie es an ein-em offen-sicht-lich ver-wandt-en Baum in sein-er Heim-at zu find-en ist: „-es“. Dann brich-t die Dämm-er-ung an, die Kol-leg-en ver-ab-schied-en sich und geh-en wieder ihr-e eigen-en Weg-e. Währ-end der Eng-länd-er im Hot-el nur auf Deutsch be-dien-t wir-d, was für ihn ein absolut-es „No-go“ ist, ver-bring-t der Deutsch-e den Rest des Tag-es da-mit, fremd-zu-geh-en, also sein-e Frau zu hinter-geh-en – ein wirk-lich schwer-es Ver-geh-en –, welch-e ihr-er-seit-s an-fäng-t, dem Grund-e des lang-en Aus-gang-es ihr-es Mann-es nach-zu-geh-en, in ihr-em Um-her-gang am Haus-e ihr-er Schwester vor-bei-geh-t, selb-ig-es be-geh-t und ihr bald da-rauf ein Licht auf-geh-t, näm-lich als die Ge-räusch-e aus dem Schlaf-zimmer auf sie ein-geh-en, will sie sicher-gehen, dass es wirk-lich ihr Mann ist, der es sich bei ihr-er Schwester gut-geh-en läss-t – bei ein-em Fehl-geh-en könn-te die ganz-e Sach-e schief-geh-en und ihr-e Schwester an-schließ-end auf sie los-geh-en –, doch als sie sieh-t, wie die beid-en im Bett-e ab-geh-en, war sie so-fort am Hoch-geh-en und sie war-en am Ent-zwei-geh-en, aber es soll-te trotz-dem rund-geh-en und die Ehe war natür-lich auch im Nieder-gang – auch das Nieder-geh-en auf die Knie seit-en-s des Mann-es konn-te der Sach-e nicht zu-m Glatt-geh-en ver-helf-en –, was all-es ein sehr nah-e-geh-end-es Er-geh-en für ihn war, zu-mal er nun all-ein durch-s Leb-en geh-en durf-te, was das End-e des Müß-ig-gang-s für ihn war. Dann kauf-te er sich ein-en Hund, und nach-dem er an-fäng-lich kein-e Ahn-ung hatt-e, wie man mit solch ein-em Tier-e um-zu-geh-en hab-e, soll-te es ihm schon bald bei-m Gass-i-geh-en besser-geh-en. END-E (In stet-ig steig-end-er Müd-ig-keit ge-schrieb-en.)

Freitag, 17. Oktober 2014

How to name animals in German


Deutsch

Ein Freund hat mir heu­te ei­ne lus­ti­ge Ta­fel zur Be­nen­nung von Tie­ren im Deut­schen ge­zeigt. Den gan­zen Bei­trag fin­det man un­ter fol­gen­dem Link: Ocean Piglets, Shield Toads and Na­ked Snails.
Und pas­send zum The­ma ein You­Tu­be-Vi­deo von Space Ra­dio: Dum­me deut­sche Wörter.

Freitag, 10. Oktober 2014

Das Präfix ge-


Deutsch

De­ri­va­ti­on: Un­end­li­che Möglich­kei­ten. Was al­lein das Präfix ge- be­werk­stel­li­gen kann, möchte ich dies­mal zei­gen. Es kann im Deut­schen gan­ze neun ver­schie­de­ne Be­deu­tun­gen aus­drücken, die ein je­der tagtäglich be­nutzt.
[1] Ver­ben
[1a] Par­ti­zip II
[1b] un­trenn­ba­res Verb
[2] Sub­stan­ti­ve
[2a] Kol­lek­ti­vum
[2b] So­zia­ti­vum
[2c] Re­sul­ta­ti­vum
[2d] Ne­ga­ti­vum
[2e] Ab­strak­tum
[3] Ad­jek­tiv
[3a] verstärk­te Be­deu­tung
[3b] Pseu­do­par­ti­zip
[1a] Par­ti­zip II
Verb → Verb
w(r) = ge- + r + -t/-en
Bei­spie­le: ge­bor­gen (ber­gen), ge­folgt (fol­gen), ge­sagt (sa­gen), ge­stampft (stamp­fen), ge­stol­pert (stol­pern), ge­sun­gen (sin­gen)

[1b] un­trenn­ba­res Verb
Verb → Verb
w(r) = ge- + r + -en
Bei­spie­le: gebären (bären), ge­fal­len (fal­len), gehören (hören), ge­lo­ben (lo­ben), ge­ne­sen (ne­sen), gewähren (währen)

[2a] Kol­lek­ti­vum
Sub­stan­tiv → Sub­stan­tiv
w(r) = ge- + r" + -(e)
Bei­spie­le: Geäst (Ast), Gebäude (Bau), Ge­bir­ge (Berg), Ge­brüder (Bru­der) u. Ge­schwis­ter (Schwes­ter), Gemüse (Mus), Ge­schich­te (Schicht), Ge­stirn (Stern)

[2b] So­zia­ti­vum
Verb, Sub­stan­tiv → Sub­stan­tiv
w(r) = ge- + r(")
Bei­spie­le: Gefähr­te (fah­ren), Ge­fol­ge (fol­gen), Ge­hil­fe (hel­fen), Ge­nos­se (nießen), Ge­sel­le (sel­len), Ge­vat­ter (Va­ter)

[2c] Re­sul­ta­ti­vum
Verb → Sub­stan­tiv
w(r) = ge- + r(") + -(e)/-sel
Bei­spie­le: Ge­bläse (bla­sen), Gefälle (fal­len), Ge­flüster (flüstern), Ge­men­ge/Ge­meng­sel (men­gen), Ge­spin­ne (spin­nen), Gewölbe (wölben)

[2d] Ne­ga­ti­vum
Verb → Sub­stan­tiv
w(r) = ge- + r + -(e)
Bei­spie­le: Geächze (ächzen), Ge­bla­se (bla­sen), Ge­brüll(e) (brüllen), Ge­du­del (du­deln), Ge­ja­ge (ja­gen), Ge­la­ber (la­bern), Ge­ren­ne (ren­nen)

[2e] Ab­strak­tum
Verb → Sub­stan­tiv
w(r) = ge- + r
Bei­spie­le: Ge­duld (dul­den), Gesäß (sit­zen), Geschäft (schaf­fen), Ge­schoss (schießen), Ge­sicht (sich­ten), Ge­spenst (spa­nen)

[3a] verstärk­te Be­deu­tung
(Verb →) Ad­jek­tiv → Ad­jek­tiv
w(r) = ge- + r
Bei­spie­le: geführig (führen/führig), gehässig (has­sen/hässig), gehörig (hören/hörig), ge­schmei­dig (schmie­den/schmei­dig), ge­treu (treu), ge­wahr (wahr)

[3b] Pseu­do­par­ti­zip
Sub­stan­tiv → Ad­jek­tiv
w(r) = ge- + r" + (e)t
Bei­spie­le: ge­blümt (Blu­me), ge­har­nischt (Har­nisch), ge­steint (Stein), ge­stirnt (Stern), ge­ti­gert (Ti­ger), ge­wellt (Wel­le)

Die Wörter in den Klam­mern gibt es nicht al­le. Es han­delt sich nur um ei­ne ver­ein­fach­te Misch­schreib­wei­se von heu­ti­gem Wort­stam­me und Ety­mo­lo­gie; man/ich könn­te zu je­dem ein­zel­nen Wor­te Bände schrei­ben.

Nach­trag: Da­zu ha­be ich noch einen in­ter­essan­ten Bei­trag auf ei­nem an­de­ren Blog ge­fun­den: Ta­ges­mus und Ge­zir­kum­fi­xe.

Ex­kurs: Es­pe­ran­to

Auch in der Welt­plan­spra­che Es­pe­ran­to gibt es das Präfix ge-. Al­ler­dings hat es hier kei­ne der vor­geführ­ten neun Be­deu­tun­gen in­ne. Zwar ist es ety­mo­lo­gisch ge­se­hen ei­ne Ab­lei­tung von der deut­schen Be­deu­tung [2a], d. h. Bil­dung von sächli­chen Kol­lek­ti­va, doch wird hier durch die­ses Präfix ei­ne Ab­lei­tung bei­der­lei oder un­be­stimm­ten Ge­schlechts an­ge­zeigt.

Bsp. 1: ge­pa­troj – El­tern; ge­fra­toj – Ge­schwis­ter
Bsp. 2: ge­pa­tro – El­ter; ge­reĝo – König/-in
Bsp. 3: ge­ed­ziĝi; – hei­ra­ten; ge­dor­mi – mit­ein­an­der schla­fen (je­weils Mann u. Frau)

Freitagsfüller


Deutsch

Man kennt diese Dinger vielleicht schon von anderen Blogs und da das Ausfüllen der sogenannten Freitagsfüller doch recht spaßig sein kann, dachte ich mir, dass es zum Beginn des Studiums, in welchem ich voraussichtlich ohnehin kaum Zeit für längere Beiträge haben werde, eine gute Idee sei, selbst damit anzufangen. Und so möchte ich sie an dieser Stelle einmal vorstellen.
Die aktuellen gibt es immer hier. Es geht darum, die Lücken in sieben unvollständigen Sätzen auszufüllen, so wie bei diesem von mir ausgefüllten Freitagsfüller vom heutigen Freitag. Aber Vorsicht: Freitagsfüller sind vom Lesenden leicht fälschlich interpretierbar.
Ob und inwieweit noch weitere Füller folgen, werden wir ja an den kommenden Freitagen sehen ...

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